Dreizehnte und vierzehnte Woche

DoleVon St. Jean de Losne aus wenige Kilometer die Saône stromaufwärts zweigen wir bei Staint Symphorien in den Canal Rhône au Rhin ab. Schon nach der dritten Schleuse nach etwa einem Kilometer beginnt der Bois de Chagnai mit vielen Anlegemöglichkeiten, die zu einem kurzen oder längerem Aufenthalt verlocken.

Nach dem Industriegebiet von Tavaux-Cité, kurz vor Dôle, fahren wir zum ersten Mal auf dem Doubs. Mitten in Dôle liegt ruhig und zentral der Sportboothafen. Die sehenswerte Altstadt beginnt direkt am Hafen. Ob jemand das Geburtshaus von Louis Pasteurs oder die Markthalle, die belebten Fußgängerstraßen oder den Justizpalast, die Kirchen von Notre Dames und Saint Chapelle vorzieht um nur einiges zu nennen, bleibt jedem selbst überlassen. Die Stadt bietet genügend und lädt zum verweilen ein.

Nach Dôle fahren wir immer häufiger und länger auf dem Doubs selbst. Vorbei an den Felsen von Rochefort, an mehreren kleinen Ortschaften, bis wir früh am Nachmittag, vor Rozet-Fluans wieder einmal weit ab von Straßen und Orte, am Ufer festmachen um die Dämmerung und den Sonnenuntergang zu genießen. Lange beobachten wir eine Bisamratte bei der Nahrungssuche.

Nach Dôle fahren wir immer häufiger und länger auf dem Doubs selbst. Vorbei an den Felsen von Rochefort, an mehreren kleinen Ortschaften, bis wir früh am Nachmittag, vor Rozet-Fluans wieder einmal weit ab von Straßen und Orte, am Ufer festmachen um die Dämmerung und den Sonnenuntergang zu genießen. Lange beobachten wir eine Bisamratte bei der Nahrungssuche.

BesanconNach Besancon schneidet sich der Doubs immer tiefer zwischen den Schweizer Jura und die Vogesen. Eine landschaftlich sehenswerte Strecke mit kleinen Orten wie Baumes-les-Dames. Hier muß man die Mühe eines längeren Fußmarsches in den Stadtkern auf sich nehmen. Oder Isle sur le Doubs, wo wir das Glück haben, daß gerade Markt ist.

Für Bergfahrer ist hier die schöne Streck des Doubs zu Ende. Kurz vor Montbéliard queren wir noch einmal den Doubs. Im Hafen von Montbéliard liegt man nahe dem Zentrum dieser modernen Stadt, die ihren Reichtum durch Industrie, an erster Stelle durch Peugeot nicht verbirgt.

Erzählen möchte ich eine Geschichte die mancher Leser als frei erfunden empfinden wird. In der Schleuse Nr. 14 zum Hafen, erklärte uns die Schleusenwärterin, daß wir heute nicht weiterfahren können. In der Schleuse Nr. 12 stecke ein manövrierunfähiges Boot. Wir machen uns weiter keine Gedanken, wir wollen Montbéliard besichtigen und hier übernachten. Gegen Abend bringt ein kleiner Schlepper eine französische Yacht in den Hafen. Wir helfen beim festmachen, ein völlig aufgelöster Freizeitkapitän erklärt, daß er beim Warten vor der Schleuse von einer Windböe gegen die Uferböschung gedrückt wurde. Seit diesem Augenblick läßt sich die Schraube weder rechts- noch linksherum drehen. Immer mehr Bootseigner kommen dazu, es wird viel spekuliert, von Tauchern gesprochen und eigene Erlebnisse zum Besten gegeben. Mir wird die Sache zu öde. Mit Badehose bekleidet erkläre ich dem Eigner, daß ich nachschauen werde. Es lag entweder an der verworrenen Situation oder an meinem Französisch, der Kapitän hat die Situation nicht begriffen. Am schnellsten schaltete seine Frau, läßt Viola gewähren als sie den Zündschlüssel abzieht und ich tauche unter das Boot. Zwischen Ruderhacke und Schraube hat sich ein Stein so unglücklich verkeilt, daß die Schraube festsitzt. Der Stein läßt sich mühelos entfernen, selbst ich kann nicht so richtig glauben, daß dies alles gewesen sein soll. Ich untersuche noch die Schraube, es ist alles in Ordnung.Montbeliard

Weiter führt unsere Fahrt nach Montreux, der Scheitelhaltung des Kanals. Danach folgt wieder eine sportliche Höchstleistung der Schleusenwärter. Wir werden in kürzester Zeit die dreizehn Schleusen bergab begleitet. Entweder das Schleusenpersonal will schnell Feierabend machen oder sie glauben alle Bootsführer wären auf der Flucht. Drängeln lassen wir uns schon lange nicht mehr, viel zu kostbar ist die Zeit auf den wunderschönen Wasserwegen. In Dannmarie, hier liegen in der Mehrzahl deutsche Boote, übernachten wir.

Kembs-NifferAm nächsten Tag werden wir nach langer Zeit mit der Realität von Großschiffahrtsstraßen konfrontiert. Vorbei ist die Zeit des unbeschwerten Wasserwanderns. Schon im Hafen von Mühlhausen werden wir unfreiwillig Beobachter eines Zusammenstoßes zweier Frachter. Außer einer großen Beule an einem der Frachter ist nichts passiert. Wir halten respektvoll Abstand.

Auf dem Grand Canal D`Alsace geht's nach Breisach, wo wir unter anderem das Rheinhandbuch kopieren, das uns freundlicherweise ein schwedisches Seglerpaar ausleiht. Den Rhein zu befahren empfinden wir als sehr anstrengend. Zu ungewohnt ist das große Aufkommen an Berufsschiffen. Lästig sind die schnellen Gleiter die unser Schiff stark ins wanken bringen. Wir sind froh, als wir für kurze Zeit den Rhein verlassen können. Wir nehmen die Branche-Nord des Rhein Rhone Kanals bis Strassburg.

Strassburg kannten wir schon von zahllosen Besuchen mit dem Auto. Mit dem Schiff Strassburg zu durchqueren ist ein völlig neues Erlebnis.

Ende dieser Woche drängt es uns nach Hause. Dem Rhein können wir nicht gutes abgewinnen, zu groß ist die Anstrengung, auf den nicht enden wollenden, mal Backbord mal Steuerbord fahrenden, Berufsverkehr zu achten. Wir sind erleichtert als wir endlich bei Mannheim in den Verbindungskanal in den Neckar einfahren.


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