Fünfte Woche

Über Liège, Béez und Namur,Namur bei Dauerregen der uns von längeren Aufenthalten abhält, geht's Richtung Frankreich. Ab Namur ändert sich das Bild der Maas. Der rege Frachtverkehr läßt nach, die Zahl der Schleusen nimmt zu, die Landschaft wird zusehends interessanter. Immer tiefer schneidet sich die Maas in die Ardennen. Senkrechte Felswände, teilweise bis ins Wasser reichend, Wald rechts und links an steilen Hängen, ein völlig anderes Bild, als auf der ganzen Fahrt zuvor. Eine geschichtsträchtige Gegend wie wir auf der Zitadelle von Dinant erfahren. Wer hier alles sein Unwesen trieb, zuletzt die Deutschen,Dinant die unsägliches Leid über die Bevölkerung brachten. Ein Hafenmeister in Holland hatte uns empfohlen die Deutschlandflagge durch die Europaflagge zu ersetzen. Wir halten uns daran, werden dennoch bei jeder sich bietenden Gelegenheit als Deutsche erkannt. Wir erfahren weder Abneigung noch Hass, wir hätten Verständnis dafür gehabt. Es ist eher so, daß in uns ein Gefühl der Verzweiflung aufsteigt, angesichts der Greuel und der Unmenschlichkeit zu der Menschen hier fähig waren.

Bei unserem Aufenthalt in Givet, der ersten Station in Frankreich, begegnen wir seit Tagen zum ersten mal wieder Skippern, die sich auf dem Weg Richtung Süden befinden. Wer, woher und wohin, Tips und Erfahrungsaustausch, auch die Pflicht andere Boote zu bewundern, alles findet hier statt. Es ist wie ein großes Aufatmen, eine wichtige Etappe ist erreicht.

In Charleville-Mézières liegt man wunderschön direkt an einem Campingplatz, nahe des Stadtzentrums. Wir genießen unser erstes perfektes französisches Abendessen. Leider ist es auch an der Zeit für eine lästige Pflicht, die wir seit geraumer Zeit vor uns hergeschoben haben. Unser Wäsche Vorrat ist zu Ende. Die Umstände sind hervorragend. Waschmaschine und Wäscheleinen sind vorhanden, das Wetter hat sich zusehends gebessert. Unser Boot ist bereit zur Flaggenparade, etwas merkwürdige Flaggen, eingefleischte Skipper mögen es uns verzeihen. Nach drei Tagen ist unser Boot wieder klar Schiff. Uns treibt es weiter nach Süden.


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