Letzte Woche

HirschhornUnser erster Stop ist Heidelberg. Ein Ehepaar hat uns bis hier begleitet und uns per Funk das Schleusen sehr vereinfacht. Wir haben keinen Funk an Bord. Noch einige male müssen wir später anlegen und zu Fuß zum Schleusenwärter, um auf uns aufmerksam zu machen. Einmal schließt ein Schleusenwärter während wir einem Ausflugsschiff in die Schleuse folgen vor uns das Tor. Er öffnet sofort wieder als wir Schallzeichen geben. Er hatte uns übersehen. Nächstes mal werden wir Funk haben.Burg-HormbergHorneck Der Neckar zwischen Heidelberg und Heilbronn ist mit eine der schönsten Strecken die wir in den letzten Monaten gefahren sind. Reizvolle Orte, Burgen, Felsen und Weinberge reihen sich aneinander. Leider ist es nicht einfach einen Übernachtungs- oder Liegeplatz für so große Boote wie unseres zu finden. Die Berufsschiffer mit denen wir zu tun haben sind ausnahmslos hilfsbereit. Trotz aller Vorsicht kommt es bei einer Schleusung zu einer heiklen Situation. Ein Frachter läuft vor uns in die Schleusenkammer ein, legt Steuerbord an und stoppt den Motor. In dem Moment, in dem wir Backbord hinter dem Frachter anlegen wollen, löst sich dessen Trosse. Er startet den Motor und drückt sein Schiff wieder nach Steuerbord. Das Schraubenwasser Wirbelt unser Boot trotz Bugschraube, von der linken an die rechte Schleusenwand.Weinberge Wir waren völlig machtlos den Wassermassen ausgeliefert, zum Glück hatten wir wie immer beide Seiten vorsorglich gefendert.

Ende der fünfzehnten Woche sind wir in Neckarrems angekommen. Unter Tränen verlassen Viola und ich unser Boot, unser Zuhause für fünfzehn unvergessliche Wochen die wir nicht mehr missen wollen und die uns niemand nehmen kann. Eine völlig unspektakuläre Reise und doch für uns so einmalig. Eine Zeit von Erlebnissen, Eindrücken und Erfahrungen die unser Leben noch lange beeinflussen sollten.


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