Vierte Woche

Die vierte Woche ist im großen und ganzen eine Fahrwoche. Auf dem Weg Richtung Eindhoven treffen wir sehr sympathische Holländer, deren Ziel Wien ist. Sie bemerken sofort, daß wir blutige Anfänger sind und geben uns, in liebevoller und keineswegs belehrender Art, eine Menge Tips, die uns zu mehr Spaß am Bootsfahren verhelfen.

Ursprünglich wollen wir mit meiner Mutter bis in die Maasplassen, doch kurz hinter Eindhoven ist eine Hubbrücke defekt. Nach zwei Tagen verläßt uns meine Mutter die von meinem Bruder abgeholt wird. Wir fahren, nachdem die Brücke für kurze Zeit geöffnet wird, weiter Richtung Maas.Maastricht Nach der Einfahrt in den Zuid-Willemsvaart, lernen wir einen neuen Typ Schleuse kennen. Vor der ersten Schleuse warten schon ein Frachter und zwei Yachten. Wir richten uns auf eine längere Wartezeit ein. Zu allem Überfluß kommt noch ein weiterer Frachter dazu. Nach Einfahrt des ersten Frachters werden zu unserem Erstaunen die Freizeitboote zur Einfahrt aufgefordert. In der Schleuse erkennen wir den Grund, die Schleusenkammer ist dreimal so breit wie das Tor. Der erste Frachter liegt Steuerbord, wir legen uns Backbord in die Ausbuchtung und der zweite Frachter begibt sich in die Mitte. Dieses Manöver wiederholt sich von Schleuse zu Schleuse, wir bewundern die Geduld der Berufsschiffer gegenüber uns Freizeitkapitäne.

Maastricht

Ende der Woche legen wir in Maastricht an. Nicht zu Unrecht trägt diese Stadt den Namen Paris der Niederlande. Kommt sie auch in der Größe nicht an ihre Namensgeberin heran, so läßt sie in Puncto Charme und Schick nichts vermissen.

Für Bootsfahrer in Richtung Belgien und Frankreich ist Maastricht wohl auch der letzte Außenposten. Hier sollte man sein Schiff noch einmal gründlich durchchecken. Später wird es sehr viel schwieriger sein Ersatzteile oder Zubehör zu bekommen.Maastricht Einzige Ausnahme wird für uns der Ölfilter unseres betagten Peugeot-Diesel sein, den wir erst in einer Hinterhof-Werkstatt in Frankreich bei einem Tüftler der Spezies Sammler und Jäger bekommen. Die in Belgien vorgeschriebene Fahrflagge bekommen wir hier ebenso wie Karten und Diesel. Obwohl angesichts des dreihundert Liter Tanks und des geringen Verbrauchs unserer de Vries Lensch keine Notwendigkeit besteht, tanken wir bei jeder Gelegenheit, das sollte uns besonders in Frankreich einige Schlepperei ersparen. Zuversichtlich nichts Wichtiges vergessen zu haben, machen wir uns auf den Weg nach Frankreich.


nach oben