Bombus

Im Frühjahr 1997 beschließen wir 1998 wieder eine längere Fahrt mit einem eigenen Schiff zu machen. Im Herbst wollen wir uns nach einem Boot umschauen. Wir halten nicht so lange durch. Wir fahren kurzfristig nach Holland um zu sehen, wie es auf dem Bootsmarkt aussieht.Bombus Wir besuchen einen Bootsmakler nach dem anderen, eine Liste hatten wir noch von unserer ersten Suche. Wir fahren entlang den Loosdrechtsplassen, es wird Zeit für eine Pause. Beim Bootsmakler Wolfrat ist ein großer Parkplatz, wir haben ihn nicht auf unserer Liste, halten aber trotzdem. Ohne jegliche Erwartung schlendern wir auf die Bootsstege, denn erstens wollen wir ja erst im Herbst ein Boot kaufen und zweitens wollen wir bis dahin noch ein wenig Geld sparen. Wir biegen auf den Steg Nr.2 ein und vor uns liegt unser Boot.

Wir lassen uns im Büro die Schlüssel und die Unterlagen geben und besichtigen das Boot von innen. Bis auf ein paar Kleinigkeiten entspricht das Boot genau unseren Vorstellungen. Ein kleiner Frachter, 93 zum Wohnschiff umgebaut. Außen könnte es etwas Farbe vertragen aber innen der Ausbau, alles Teakholz, ist sehr gelungen gemacht. Zwei weitere Tage besichtigen wir noch Boote in Holland, doch nur sehr halbherzig, unsere Gedanken sind immer wieder bei unserer Ijsselaak. An jedem Schiff ist etwas auszusetzen, manche betreten wir erst gar nicht mehr, warum auch, wir haben unser Schiff ja schon gefunden. Es macht also keinen Sinn noch weiter in Holland herum zu fahren. Wir beschließen nach Hause zu fahren, mit der Bank zu sprechen und dem Makler ein schriftliches Angebot zu machen.

BombusGegen unsere sonst spontane Art, haben wir zwei Monate verhandelt, es hat sich ausgezahlt. Anfang Sommer fahren wir zu einer Probefahrt nach Loosdrecht. Wir lassen das Schiff aus dem Wasser heben und die Rumpfdicke messen. Außerdem nehmen wir einen Gutachter mit auf die Probefahrt. Das Ruder ist nicht in Ordnung und an der Motorüberwachung müssen ein paar Geber erneuert werden. Der Gutachter macht einen Kostenvoranschlag, wir ziehen die Kosten noch von unsere schon sehr niederen Angebot ab, der Makler telefoniert etwa eine Stunde mit dem Schiffseigner. Wir verstehen nur die Hälfte vom Gespräch, bekommen aber mit, daß der Besitzer mit dem Preis nicht mehr nachgeben will.

BombusPlötzlich steht der Makler auf, reicht uns die Hand und beglückwünscht uns zu unserem neuen Schiff. Nun geht alles sehr schnell, der Vertrag wird gemacht, telefonisch sucht der Makler noch einen Liegeplatz für ein Jahr, wir können wirklich erst in einem Jahr fahren, der Übergabetermin wird festgelegt und ein Termin mit der Werft für die Reparatur ausgemacht. Um 17 Uhr verlassen wir das Maklerbüro, wir haben den ganzen Tag nur Kaffee getrunken und sind nun völlig gerädert. Nach dem wir eine Kleinigkeit gegessen haben, begutachten wir noch unseren Liegeplatz. Er ist viel zu schön und zu teuer angesichts dessen, daß wir nur unser Boot ein Jahr unterbringen wollen. Wir haben aber keine Zeit einen anderen zu suchen, zumal Liegeplätze für Boote mit 15m Länge selbst in Holland nicht leicht zu finden sind. Als alles geklärt ist machen wir uns auf den Heimweg. An der ersten Tankstelle auf der Autobahn muß ich anhalten und ein wenig ausruhen. Wir sind beide noch völlig verwirrt und geschafft von den Ereignissen des Tages und haben noch fast 700km Heimreise vor uns.

Im Juni 97 lassen wir das Ruder in einer Werft in den Loosdrechtplassen richten, und legen das Schiff an seinen Liegeplatz. Außerdem fangen wir an die vielen Kleinigkeiten zu ändern, die nicht in Ordnung sind oder die uns nicht gefallen. Wieder einmal haben wir nur kurz Zeit um uns um unser Schiff zu kümmern.

Loosdrecht-PlassenIm September kommen wir noch einmal zum Schiff und machen alles klar für den Winter. Wir arbeiten von Morgens bis spät in den Abend eine Woche lang um das Schiff so zu richten, daß es unseren Vorstellungen entspricht. Zwischendurch kaufen wir in einem der in Holland gängigen Läden für gebrauchtes Bootszubehör einige Ausrüstungsgegenstände für unser Schiff. Im Gegenzug verkaufen wir Teile die wir noch von Kai Alfred Pirol übrig haben.


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