Erste Woche

Montag Nachmittag legen wir in Gouda an, wieder mitten in der Stadt, der besondere Reiz vieler holländischer Städte. Nach dem ich das Pump - WC zerlegt und wieder zusammen gebaut habe, genießen wir trotz schlechten Wetters einen Bummel durch Gouda.Gouda

Bei der Ausfahrt aus Gouda am nächsten Tag, klemmt das Schleusentor und wir haben jede Menge Zeit das Freilicht Museum mit den alten Schiffen zu besichtigen.

Als endlich nach 1 1/2 Stunden das Schleusentor aufgeht, warten schon mehr Schiffe wie die Schleuse fassen kann. Es wird hektisch und aufregend und doch geht alles gut, nur bei der Ausfahrt vergißt ein holländisches Paar seinen Hund der an der Schleuse Gassi gehen durfte. Sie werden ihren Hund über kurz oder lang schon vermissen.

Wir wollen in den Biesbosch. Der Weg dorthin führt kurz vor Dordrecht über eine der meist befahrene Wasserstraße, den Waal. Die Überquerung gelingt nur mühsam außerdem verlieren wir in dem Wellengang fast unsere Fahrräder.

BombusEin sehr schöner Platz läßt die Aufregung vergessen und es wäre wieder mal alles perfekt, wenn nicht ein zweites Boot den Generator laufen lassen würde, um Fernsehen zu können. Unsere Zweifel an der Vernunft der Menschheit werden wieder mal ganz "laut" bestätigt.

Da wir die folgende Strecke schon von unserem ersten Bootsurlaub kennen und weil das Wetter auch nicht gerade berauschend ist, zieht es uns wieder mal mit Macht nach Frankreich.

MaastrichtAuf der Maas nach der Schleuse bei Maasbracht helfen wir und ein "riesiger" Frachter mit seinem Kran, einem älteren Ehepaar, ihr abgesoffenes Beiboot wieder an Bord zu bringen. Es war bei der Ausfahrt aus der Schleuse mit Wasser vollgeschlagen.

Seit unserer Abfahrt bemerken wir, daß das Fahrverhalten unseres Bootes immer schlechter wird, je weniger Sprit wir an Bord haben. Die Schraube zieht bei langsamer Fahrt zusehends Luft. Einmal haben wir schon während der Fahrt in einer Werft nach dem Wellenlager schauen lassen. Außer daß es teuer war hat es nichts gebracht. Wir wollen in Maastricht tanken um das Heck des Schiffes mehr zu belasten, zudem brauchen wir dringend neue Leinen.

In Maastricht am Bunkerboot reißt uns tatsächlich beim Anlegen eine Leine, es wird höchste Zeit für neue Leinen.

Maastricht ist jedesmal ein ganz besonderer Halt auf unserem Weg nach Frankreich. Diese Stadt mit Ihrem Flair und Ihrem Leben ist immer wieder sehenswert. Das Wetter wird zusehends besser, wir bummeln durch die Stadt, auch ich, der ich für sowas normalerweise nicht viel übrig habe, kann das im Urlaub genießen.

MaastrichtAm Abend im Hafen von Maastricht treffen wir unser Ehepaar mit dem fast verloren gegangenen Beiboot wieder. Sie erzählen uns eine erstaunliche Geschichte. Er, über achtzig, hat Haus und Firma verkauft um den Rest seines Lebens auf dem Boot zu verbringen. Viola und ich haben wieder einmal unsere Diskussion aufgefrischt, ob wir ein solches Leben führen könnten. Wir sind wieder einmal zu dem Ergebnis gelangt, daß ein oder zwei Monate auf dem Boot genug sind.

Nach Maastricht übernachten wir in Béez. Unheil kündigt sich an, Viola bekommt Nachts Fieber.


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