Cumiéres - Marne

MarneHeute vormittag wollen wir mal wieder ein Stück fahren. Um 7:30 Uhr legen wir ab. Es windet stark. Die Marne ist in diesem Abschnitt wunderschön. Sie schlängelt sich an Weinbergen und Getreidefeldern entlang. Ab und zu begegnen wir einen Sportboot. In Château Thierry machen wir Mittag und gehen noch in die Stadt.

Nach Azy-sur-Marne wollen wir uns zwischen Bäume hängen, da heute Abend das Endspiel der Fußballweltmeisterschaft ist. "Brasilien - Frankreich".

Morgen ist ausserdem noch französcher Nationalfeiertag und Schleusenruhe, deswegen decken wir uns noch mit Lebensmitteln ein,Meaux damit wir wieder "wild" liegen können.

Nach dem Einkaufen hat es aufgehört zu regnen und wir fahren weiter. Immernoch schlängelt sich die Marne wunderschön durch die Landschaft. Überall sitzen Angler. Viele winken und gegen Abend finden wir ein idyllisches Plätzchen zwischen zwei Bäumen, wo wir auch über den Feiertag bleiben können.

Wir wollen einen Zwischenstopp in Meaux einlegen bevor wir in den Kanal Richtung Paris abbiegen. Wir legen mitten in der Stadt an. Meaux ist eine schöne Stadt und lädt zum Bummeln ein.

Marne-SeineUnd dann geht´s ab in den Kanal. Der Kanal ist nicht gerade schön, aber halb so wild, wie die Geschichten, die uns erzählt wurden. Selbst durch die Vororte von Paris, die wieder an der Marne liegen, geht es ruhig und gelassen zu, trotz mehreren Penichen. Man hat sogar manchmal den Eindruck, daß es noble Vororte sind. Bei der Einmündung auf die Seine geht es da schon anders zur Sache. Aber wir haben beschlossen nach Paris reinzufahren und hier nicht gleich abzubiegen. Frachtschiffe, Industrie, Silos, Baustoffhandel... alles was man sich so denken kann.ParisParis

Wir sind ziemlich müde und gerädert. Mitten in Paris steuern wir den Port de l´Arsenal an, der im kleinen Seitenkanal Canal - Saint - Martin durch eine Schleuse erreichbar ist. Durch die Schleuse ist man vom Fahrwasser der Seine getrennt und liegt sehr ruhig. Dieser Hafen kostet viel (35 Euro pro nacht), ist dafür aber auch noch bewacht.

ParisNachdem wir uns etwas erholt und gegessen haben, laufen wir noch zum Centre Pompidou um wenigstens Niki´s Brunnen zu sehen. Es ist schon 22 Uhr als wir dort ankommen und der Brunnen nicht mehr in Betrieb. Schade, so ohne Sonne und fast im Dunkeln wirkt er nicht. Am Hôtel de ville vorbei, der Seine entlang, laufen wir schleppend zurück zum Boot. Um 23.30 fallen wir, nach einem Glas Rotwein, todmüde ins Bett. Es war ein langer Tag.

ParisGegen 8.30 Uhr schleusen wir aus dem Hafen im Canal St.Martin. Es regnet in strömen. Trotzdem wollen wir die "Kleine Stadtrundfahrt" machen. Aus dieser Perspektive werden wir Paris wohl so schnell nicht mehr sehen. Vorbei an der Ile St-Louis, Ile de la Cité Louvre, Palais de Justice...

Leider regnet es in Strömen, aber wir sind trotzdem sehr beeindruckt. Nicht nur von den Palästen, nein auch von den "normalen Häusern" und besonders von den Brücken. Eine schöner als die andere - egal ob alt oder neu. An den Kai´s liegen zick Sight-Seeing-Boote, da können wir froh sein, daß die morgens noch nicht unterwegs sind. Wenn die alle fahren würden und die Frachter dazu - na dann ist aber was los.

ParisDie Horrorgeschichten die wir über Paris gehört haben waren wohl sehr übertrieben. Nur, wenn man natürlich am Kai in der Seine festmacht, braucht man sich nicht zu wundern, wenn die Klampen abgerissen werden. Da ist wirklich an der falschen Stelle gespart.

Seine

Wir fahren noch bis zum Eifelturm und drehen dann wieder um. Auch wenn wir wegen des Regens nicht so viel gesehen haben - sind wir trotzdem froh, daß wir es gemacht haben.

Nach der Mündung der Marne in die Seine geht´s richtig los mit Industiekai´s, Silo´s... Und es regnet und regnet. Also die Seine ist einfach doch ein großer Fluß; Penichen, Schubverbände 2er und 4er - fast wie auf dem Rhein. Von den in der Karte eingetragenen Tankstellen, finden wir Keine. Bald laufen wir auf eine Peniche auf, mit der wir schleusen können. Hier sind die Schleusen ziemlich groß,aber bald haben wir´s raus wie es am besten geht. Leider kommt dann eine mit Spuntwand- die sind einfach bescheuert mit so einem Schiff. Aber was soll´s? In der Seine gibt´s einfach keine Anlegemöglichkeiten. So fahren wir bis Melun, wo wir hinter einer Insel anlegen können.

Später gehen wir noch einkaufen. Leider sind wir zu gerädert um zu bummeln, aber die Stadt macht einen guten Eindruck. Gute, schöne Geschäfte, kleine Plätze und nette Restaurants, die zum außen Sitzen einladen.

Melun - Seine

SeineGegen 8 Uhr 30 legen wir ab. Heute wollen wir nur bis in den Canal de Loing fahren. Da es heute nicht regnet erscheint uns die Seine schon etwas freundlicher. Der Frachtverkehr nimmt etwas ab und die letzten großen Schleusen machen wir schon mit links. So langsam werden es weniger Industiekais und immer mehr Sommersitze und Wochenendhäuser trapieren sich an der Seine entlang. Wir fahren sogar an Waldstücken vorbei.

Canal-du-LoingAuf der Strecke Paris - St. Mammes sind 7 Tankstellen eingezeichnet. Wir halten nach jeder Ausschau - einmal gibt es Super, alle anderen sind geschlossen. Überhaupt sind die Angaben in dieser Karte so, daß man sie gleich über Bord schmeißen könnte.

In St. Mammes, direkt am Abzweig des Canal de Loing finden wir endlich ein Tankschiff. 619 l Diesel passen jetzt in den Tank. Anschließend machen wir noch eine Schleuse im Canal de Loing und legen dann vor der Brücke nach Moret sur Loing mit Pföstchen an (14 Uhr 30). Am Nachmittag laufen wir noch nach Moret, das ganz idyllisch am Loing liegt. Mit Wasserrädern, Mühlen, 2 Stadttoren und einer Einkaufsstraße. Hier gibt es in den Nebenstraßen kein verfallenes Haus, sogar im Gegenteil - hier wird viel gerichtet...

Canal de Loing

Man nächsten Tag machen wir uns ganz gemütlich auf den Weg. Jede Schleuse ist jetzt mit einem Schleuser belegt, der von Hand kurbeln muß. Wir helfen mit. Bei Glandelles ist in der Karte ein Restaurant eingezeichnet. So machen wir im Kanal unser Schiff fest und suchen die Brücke über den Loing. Außer in der Karte, ist aber keine Brücke weit und breit. Drei Wege sind dort, aber alle "Probrieté Privée". Nachdem wir es anders versucht haben, laufen wir zu einem Tor , das in Richtung Brücke führt. Eine Frau kommt auf uns zu und wir fragen sie nach der Brücke. Sie holt einen Schlüssel und läßt uns durch. Dabei erzählt sie uns, daß sie das ganze Gelände, eine alte Mühle und Häuser incl. Brücke gekauft haben. Am Ende der Brücke ist wieder ein Tor.Moret

Wir sollen einfach auf dem Rückweg wieder läuten. Zum Essen - es gibt eigentlich nicht viel zu sagen; es war nicht das einfache Ländliche, wie wir es uns erhofft haben. Etwas auf vornehm, doch eher mittelmäßig... Auf dem Rückweg, treffen wir im Hof auch noch Ihren Mann. Es ist 22 Uhr und er arbeitet immer noch. Momentan richtet er das Mühlrad. Sie wollen damit Strom erzeugen. Das Dach will er absenken und den Putz wegschlagen damit man die Steinfassade sieht, und er meint er bräuchte wohl 20 Jahre. Das Essen hat sich nicht gelohnt - dafür diese Unterhaltung mit den Beiden.


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