Kai Pirol Alfred

Kai Pirol Alfred

Nach unserer letzten Bootsfahrt, wollten wir wieder einmal anders Urlaub machen. Wir erstanden einen Mercedes Kleinlaster, rüsteten ihn mit einem Bett und einer Naßzelle aus, um frei von Campingplätzen und unabhängig zu sein. Vierzehn Tage verbrachten wir auf Korsika mit unserem Bus. Bei einem herbstlichen Kurzurlaub, im Süden Frankreichs, zog es uns ständig an Kanäle und sonstige schiffbaren Gewässer. In uns reifte unaufhörlich der Gedanke an ein eigenes Schiff.

Kai

Auf dem Gelände unserer Bootsschule stand eine alte verlassene Hamburger - Hafenbarkasse. Es kostete uns viel Mühe, den Besitzer ausfindig zu machen. Noch mehr Zeit benötigten wir, bis endlich der Kaufvertrag zu Stande kam. Am 3. Januar 1996 hatten wir endlich wieder ein eigenes Schiff. Besser gesagt wir besaßen einen Haufen altes Eisen und einen Berg Müll. Nach langen Verhandlungen bekamen wir die Zusage, fünf Jahre an diesem Platz das Schiff restaurieren zu können. Mehr als ein Monat verging mit Müll entsorgen, den unmöglichen Aufbau ab zu trennen und das Schiff standfest um zu setzen.

Kai

Um die Arbeiten an dem Schiff Wetter unabhängig zu machen, bauten wir noch ein Bierzelt um unser Boot. Strom wurde installiert, Beton tagelang aus dem Kiel mit dem Presslufthammer entfernt, dünne Blechstellen aus dem Rumpf geschnitten und neues Blech gebogen und wieder eingeschweißt. Und wieder Löcher zugeschweißt und wieder dünne Bleche ersetzt. Durchgerostete Spannten ersetzt und wieder Löcher zugeschweißt und zu dünne Bleche herausgeschnitten und neues Blech zurecht gebogen und eingeschweißt.

Autokran

Dreitausendundzweiundachtzig DM und fünfhundertsiebzehn Stunden haben wir investiert, als in uns endgültig die Erkenntnis reifte, daß dieses Schiff nicht mehr zu retten war. Nach einem Jahr verschwanden, in kleine Stücke geschnitten, innerhalb von zwanzig Minuten per Autokran in einer Schrottmulde sieben Tonnen Träume.



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